Sonntag! Geburtstag!! Doppelt schön, also!!! Wenn jetzt noch das Wetter mitspielen würde… Aber nein, der Februar startet grau in grau. Immerhin ist es einigermaßen warm und wir müssen uns nicht über Schnee, Glatteis und streikenden ÖPNV ärgern. Und, es gibt ein superleckeres Geburtstagsfrühstück und ganz viele Glückwünsche über alle möglichen Kanäle. Mittags machen wir einen kleinen Ausflug nach Porches und zur Praia de Nossa Senhora da Rocha mit der gleichnamigen Kapelle. Die Kapelle ragt auf einer Felsspitze weit ins Meer hinaus und wird von zwei wunderschönen Stränden umarmt. Schade nur, dass kein Badewetter ist! Auf dem Rückweg stoppen wir im deutschen Biergarten und genießen – Drinnen! – ein leckeres Wiener Schnitzel samt passendem Kaltgetränk und dann geht es bei einsetzendem Nieselregen auch schon wieder zurück an Bord. Der Tag verläuft ansonsten ruhig und mit weiteren zahlreichen Anrufen und Glückwunschnachrichten. Vielen Dank, dass so viele an mich gedacht haben!
Auch nach meinem Geburtstag geht es in Portugal leider stürmisch und regnerisch weiter. In weiten Teilen Portugals herrscht bereits Ausnahmezustand wegen der Orkantiefs im Januar. Nun kommt Sturmtief Leonardo über den Atlantik angerauscht und soll weitere Regenmassen bringen. Die Stauseen und Flüsse sind bereits am Limit und wir hoffen, dass sich die Wettermodelle vielleicht doch irren, damit nicht noch mehr Schaden für Land und Leute entsteht.
Die Bilder, die uns u.a. vom Guadiana erreichen, lassen jedoch leider nichts Gutes erwarten. Dort haben sich bereits Anleger losgerissen und drohen nun den Fluß hinunter zu treiben. Von Bäumen und anderem Treibgut mal abgesehen. Dort, wo wir vor ein paar Wochen noch in Alcoutim geparkt haben, steht nur noch Wasser. Vielleicht erinnert Ihr Euch an das Foto von der riesigen Müllkatze in Alcoutim? Von ihr guckt nur noch der Kopf aus dem Wasser. Einige Yachten, die im Guadiana über Winter geankert haben, haben sich losgerissen und mussten von den Rettungskräften gesichert werden. Zum Glück erfahren wir, dass unsere Freunde Thomas und Angelika von der Manatee ihren Ankerplatz im Guadiana rechtzeitig verlassen haben und nun in der Marina von Ayamonte hoffentlich sicherer liegen. Auch Spanien ist von den Unwettern betroffen und in der Marina del Odiel in Huelva sind erneut die Stege beschädigt und Boote zu Schaden gekommen. Ein Katamaran droht sogar zu sinken! Wir können gar nicht in Worte fassen, wie froh wir sind, nicht dort überwintert zu haben.
Es regnet unablässlich weiter und die Bilder von den Überflutungen in Portugal werden immer mehr und immer schlimmer. Auch unser eigentlich kleiner Ribeira de Quarteira, der in die Marina mündet, bringt immer mehr Wasser. Schlammig und mit viel Geäst und Treibgut versehen. Wir hoffen, dass die Topographie mit den großen Überschwemmungsflächen und Marschwiesen Schlimmeres verhindert, doch irgendwann sind auch diese Gebiete vermutlich vollgelaufen. Entlang der Straße und Wege steht überall Wasser, jede Furche ist gefüllt. Wind und Wellen bringen vom Meer auf der anderen Seite weiteren Ärger. Sand wird auf die Uferpromenaden gespült und geweht. An anderer Stelle wird der Strand von den Wellen weggespült und einige Strandbars sind teilweise bereits bedroht im Meer zu verschwinden. Da die Wasserreservoirs und Stauseen übervoll sind, müssen sie abgelassen werden. Das führt zu weiteren Überschwemmungen. So steht die Altstadt von Silves unter Wasser und das Wasser rollt auf Portimão zu. Auch im Norden von Portugal sieht es weiterhin schrecklich aus und auch Spanien bekommt seinen Teil an Katastrophenwetter ab. Irgendwie fühlt es sich komisch an, dass es uns dabei eigentlich noch ganz gut geht. Klar, das Regenwetter macht langsam mürbe und Winter im Süden hatten wir uns anders vorgestellt. Aber das ist auch alles, was wir bisher „erleiden“ müssen. Unser Marina ist die sicherste weit und breit. Wir haben Strom, Wasser und reichlich Lebensmittel. Wir haben Portugal in den letzten Monaten kennen und lieben gelernt und es tut uns im tiefsten Herzen Leid, dass das Land mit seinen so liebevollen und freundlichen Bewohnern nun so leiden muss!
Hier einmal ein Beispiel für die Gewalt der Wellen. Der Strand von Forte Novo in Quarteira. Das erste Foto vom November 2024. Auch damals gab es schon erste Sandabtragungen. Das zweite Foto vom Januar 2026. Der Strand ist in großen Teilen weg. Das dritte Foto ein paar Tage später in Februar 2026. Kein Sand mehr, nur noch Felsen. Die Holzbohlenwege nicht mehr begehbar bzw. nicht mehr vorhanden. Die Strandbars teilweise zerstört.
Zum Glück folgt auf Sturm Leonardo tatsächlich mal ein Tag Sonne! Wir nutzen das Wetter und spazieren ein wenig durch die Dünenlandschaft bei Vale de Lobo. Die Temperaturen sind angenehm frühlingshaft und in der Luft hängt ein Dunstschleier aus Salzwasser und Sand. Wir sind nicht alleine mit unserer Idee spazieren zu gehen. Scheinbar nutzt jeder Urlauber die kurze Gelegenheit und schnappt ein wenig frische Luft, bevor das Wetter wieder schlechter wird. Außerdem stocken wir unsere Bordvorräte noch einmal auf und nutzen den Leihwagen vor Abgabe für den Kauf schwerer und in Vilamoura schwer zu erhaltender Produkte.
Dem Alphabet folgend, kommt nur wenige Tage nach Leonardo, gleich Sturmtief Marta angerauscht. Auch Marta soll wieder Sturm mit Böen bis 50 kn (Windstärke 10) bringen. Und natürlich auch viel Regen. Wir richten uns also auf weitere Regentage an Bord ein und arbeiten weiter an den Bootsvorbereitungen für den Start in die nächste Segelsaison. Edelstahlbauer Sergio bekommt von uns den Auftrag für mehr Sicherheit an Bord zu sorgen. Unsere Salontür bekommt einen stabilen Riegel mit Schloss, damit wir die Tür auch während unserer Abwesenheit oder nachts einen Spalt offen lassen können. Und eine unserer Salonluken zum Frontcockpit bekommt ein Gitter. So kann Lucky ohne Probleme rein und raus. Genauso kommt an heißen Tagen nachts frische Luft in den Salon hinein, ohne dass Langfinger die Gelegenheit ebenfalls nutzen können. Segelmacher Duarte von Dune Sailmakers berichtet uns vom Fortschritt unserer Arbeiten und zeigt uns Fotos von unseren neuen Dinghychaps. Unsere neue Genua ist ebenfalls inzwischen fertig, kann aber aufgrund des Wetters allerdings noch nicht angebracht werden. Unser Großsegel wartet ebenfalls noch auf besseres Wetter, damit es gewaschen und repariert werden kann. Von der Cockpitverkleidung, die noch neue Fenster bekommen soll und die wir bei dem Regen natürlich ganz und gar nicht ein paar Tage entbehren können, mal ganz zu schweigen. Aber klagen hilft nicht! Irgendwann kommt bestimmt besseres Wetter.
Ein weitergehendes Bordprojekt sind unsere umfangreichen Staulisten und die Aktualisierung der Bordapotheke. Zwar haben wir von unserer Tour mit Hello World noch zahlreiches medizinisches Equipment, doch vieles ist hoffnungslos veraltet, abgelaufen, nicht mehr steril oder entspricht nicht mehr dem Stand der Dinge. Zum Glück gibt es das geniale Buch „Medizin auf See“. Dort finden sich nicht nur zahllose Hinweise für medizinische Behandlungsmethoden, sondern auch eine umfangreiche Ausstattungsliste für die Bordapotheke. Einen Großteil der neuen Ausrüstung bestellen wir beim Yachtausrüster Hansenautic in Form einer Erste-Hilfe Notfall-Tasche von Sailpartner. Wir entscheiden uns für die Variante Transocean, da sie bereits zahlreiche vom Buch empfohlene Ausrüstungsgegenstände beinhaltet. Ein paar Sachen haben wir allerdings auch bereits an Bord, werden die doppelten Sachen jedoch zukünftig in einem sogenannten Grab-Bag nutzen. Das Grab-Bag ist im Seenotfall schnell greifbar und beinhaltet wichtige Gegenstände, die das Überleben in einer Rettungsinsel auf hoher See ermöglichen bzw. erleichtern sollen, bis hoffentlich schnell Hilfe kommt. In die Rettungsinsel können wir flüchten, wenn La Ola aus irgendeinem Grund irgendwann nicht mehr schwimmfähig sein sollte. Auch für den Inhalt eines Grab-Bags gibt es Empfehlungen, z.B. von Trans-Ocean e.V., die wir nicht nur beherzigen, sondern auch noch um Einiges ergänzen. Nicht, dass wir davon ausgehen, dass wir es jemals brauchen werden! Aber, wie sagt man so schön? Better safe than sorry!
Da das Wetter zu schlecht ist, um an Land essen zu gehen, „müssen“ wir an Bord kochen. Was wir natürlich sehr gerne machen! Wir üben uns weiter im Pizzabacken und werden aus unserer Sicht dabei immer besser. So langsam haben wir uns mit unserem Ofen „Giovanni“ eingespielt. Da ich für unserer neue Küchenmaschine auch einen Pastaaufsatz mitbestellt habe, wagen wir uns zudem an die Zubereitung von Nudelteig. Wir starten mit einfachen Lasagneplatten und finden auch dieses Ergebnis sehr gelungen. Für das nächste Nudelprojekt druckt Axel uns schon mal vorsorglich eine Ravioli-Presse. Schwarze Ravioli mit Garnelenfüllung und Safransauce kommen mir als Testprojekt sofort in den Sinn. Und auch Getränketechnisch sind wir inzwischen dank unserem SCOBY-Teepilz ganz gut aufgestellt. Nachdem die erste Produktion an Kombucha noch recht wenig Kohlensäure enthielt, war die zweite Generation schon deutlich sprudeliger und dank Orangen-Limetten-Geschmack auch leckerer. Nun wartet der dritte Versuch mit Orange-Maracuja und Himbeer-Limette auf das Ende der Zweitfermentation. Nachdem Marta durchgezogen ist, wagen wir mal wieder einen Strandspaziergang. Wie weiße Rosse stürmen die Wellen mächtig an den Strand. Auf der anderen Seite strömt der eigentlich kleine Bachlauf von Quarteira als reißender Strom mit Treibgut braun und schlammig auf die Marinaeinfahrt hinzu. Dazu ein dunkler Himmel mit kurzem Sonnenintermezzo. Wie schön, gewaltig und zerstörerisch gleichzeitig die Natur doch sein kann! Auch auf der anderen Seite, in Richtung Quarteira sind wir unterwegs und freuen uns, dass das ganze Treibgut scheinbar kreative Freunde gefunden hat und am Strand einige „Kunstwerke“ daraus entstanden sind.
Eine tolle Bestellung, die bei uns eintrifft, sind die Gastlandflaggen für die nächsten Reiseziele. Klar, Portugal und Spanien haben wir bereits, aber die Länder danach fehlen zum großen Teil noch in unserer Sammlung. Für die Karibik haben wir zwar noch ein paar Exemplare von unserer Reise mit Hello World, aber teilweise sind sie sehr zerschlissen und können daher auch gerne mal ersetzt werden. So habe ich einen ganzen Satz für alle Karibik-Inseln bei HanseNautic geordert und freue mich bereits jetzt riesig darauf, sie irgendwann setzen zu dürfen. Als nächstes kommen allerdings nach Portugal und Spanien erst einmal die Flaggen der Kap Verden, Brasilien, Guyana und Suriname zum Einsatz. Französisch Guyana gehört zu Frankreich und so gibt es dafür leider keine neue Gastlandflagge. Gastlandflaggen setzen wir übrigens jeweils bei Einreise in das jeweilige Land unter der Steuerbord-Saling. Bevor man einklariert hat, kommt daruter die gelbe Q-Flagge, um zu signalisieren, dass man sich noch nicht angemeldet hat. Das Q steht dabei für Quarantäne und in einigen Ländern ist es nicht erlaubt an Land zu gehen, bevor die Behörden nicht an Bord waren und den Aufenthalt genehmigt haben. So beispielsweise in Neuseeland, wo es spezielle Quarantäne-Stege gibt, die keine Verbindung zum Land haben. In den meisten Ländern ist das Einklarieren zum Glück jedoch deutlich einfacher. Aber, man muss sich für jedes Land neu damit beschäftigen, welche Formalitäten und Auflagen es zu befolgen gilt. Und manchmal muss man eine gehörige Portion Geduld mitbringen! Die Gastlandflaggen – immerhin 25 Stück – werden von mir mit dem jeweiligen Landesnamen beschriftet, damit ich nicht alle auswendig lernen muss, und eingelagert. Dabei ziehen bereits Samba-, Steeldrum- und Reggae-Musik, Dschungelgeräusche, der Geruch von Muskat, Kakao und tropischen Blüten, sowie der Geschmack von Rumpunsch durch meinen Kopf. Vorfreude eben, die man bei dem grauen Nieselregenwetter deutlich brauchen kann.
Mitte Februar ist es dann endlich soweit! Statt grauen Himmel sehen wir morgens plötzlich die Sonne und ein schickes Hellblau. Herrlich!!! Da schmeckt das erste Eis des Jahres besonders gut. Und der fertige Kombucha Maracuja-Orange und Himbeer-Limette schmeckt ebenfalls wie Sommer. Mmmhhh! Nur Axel mag es leider nicht. Tja, dann muss ich es halt alleine genießen. Knall auf Fall kommen mit dem trockeneren Wetter auch noch Valentinstag und Karneval einher. In Quarteira gibt es einen „großen“ Karnevalsumzug und wir sind mittendrin, statt nur dabei. Statt „Wo mir sin is Kölle“ und „Viva Colonia“ wird hier portugiesische Mucke gespielt und die Jecken tanzen eher Samba als Gardetanz. Geworfen wird Konfetti und vereinzelte Bonbons. Bier- und Fressstände gibt es zahlreiche und wir bekommen das Superbock-Bier im umweltfreundlichen Mehrwegbecher. Zurück an Bord gibt es ein feines Valentinstagsmenü bestehend aus Fosh n Chops, wie die Kiwis sagen. Unprätentiös und unkonventionell, passend zu uns halt.
Unsere Bootsprojekte schreiten weiter gut voran und die To-Do-Liste wird immer kürzer. Duarte liefert unsere Gummisau mit den neuen Dinghychaps wieder bei uns ab und wir müssen La Ola wieder ein wenig hin- und her bugsieren, um das Schlauchboot wieder in seine Davits zu bekommen. Die Gelegenheit nutzen wir, um unsere Rettungsinsel aus ihrer Halterung zu nehmen und auf den Steg zu legen. Sie muss turnusmäßig zur Wartung und wird dafür ein paar Tagen später von uns nach Portimão gebracht. Nach dem Sonnenschutz für den Salon ist auch ein weiterer Sonnenschutz für das Steuercockpit fertig und wird angebracht. So brutzelt uns die Sommersonne demnächst nicht mehr direkt auf die Schädel. Parallel wird die Verkleidung vom Steuercockpit abgenommen und bekommt beim Segelmacher endlich den lange bestellten Reparaturcheck und neue Fenster.
Täglich finden zahlreiche Pakete ihren Weg zu uns. Es ist ein wenig wie Weihnachten. Sie enthalten weitere Ausrüstungsgegenstände für die geplante Fahrt über den Atlantik. So haben wir für bessere Wetterprognosen und ein Tracking unserer Routen ein Gerät von unserem Wetteranbieter PredictWind bestellt. Der sogenannte Datahub empfängt und sendet zahlreiche Daten. So können wir mit ihm zukünftig die AIS-Signale anderer Schiffe auch außerhalb unserer Funkreichweite – over the horizon genannt – auf unserer Navigationselektronik anzeigen lassen. Das gibt mehr Sicherheit auf hoher See. Auf der anderen Seite werden unsere Bewegungs- und Wetterdaten erfasst und ermöglichen auf diese Weise ein präziseres Wetter-Routing. Und ja, unsere Position wird jetzt immer aktuell und genau auf unserer Webseite angezeigt. Von unserem Lieblingsyachtausstatter SVB aus Bremen kommen ebenfalls zahlreiche Ersatzteile und Ausrüstungsgegenstände. Neben Ersatzteilen für die Navigation und den Autopiloten – wir wissen ja aus eigener leidlicher Erfahrung, wie blöd der Ausfall mitten auf dem Atlantik sein kann – kommt auch eine JonBuoy bei uns an. Die JonBuoy ist ein Rettungsmittel, mit dessen Hilfe die Position über Bord gegangener Personen markiert werden kann. Die Person kann sich zudem auf dieses kleine Floß legen und mitsamt diesem hoffentlich schnell gefunden und sicher wieder an Bord genommen werden. Wollen wir aber natürlich auch nicht ausprobieren! Langeweile kommt so jedenfalls bei uns an Bord nicht auf.
Ein großer Vorteil des Bordlebens ist, dass man viel mehr Zeit hat, um Dinge wie z.B. Kombucha, Pizza und Nudeln selber herzustellen. Aber auch andere Lebensmittel stellen wir inzwischen selber her. So sind wir bereits im letzten Jahr von fertigem Orangensaft aus dem Supermarkt auf selbst Ausgepressten umgestiegen. Mit dem neuen Slowjuicer haben wir das Saft-Repertoire noch einmal erweitert und bekommen nun täglich eine ordentliche Menge Vitamine ab. Beim Entsaften fällt jedoch eine Menge Trester, also die entsafteten Reste von Möhre, Sellerie und Co. anfällt, die eigentlich zu schade zum Entsorgen sind. Also überlege ich, wie ich diese Reste nutzen kann. Möhrenkuchen wäre eine Möglichkeit. Oder Brot?! Ich gehe einfach mit Zweiterem in einen ersten Test. Da wir zum Brotbacken ganzes Getreide an Bord haben, kommt dabei auch direkt die neue Getreidemühle von der Küchenmaschine zum Einsatz. Das erste Ergebnis gefällt mir bereits ganz gut. Allerdings ist mir das Brot ein wenig zu „matschig“ und ich muss daher sicherlich zukünftig noch weitere Tests mit anderer Tresterzusammensetzung machen. Diesmal bestand der Trester noch etwas „wild“ aus Möhre, Sellerie, Apfel und Birne. Das Getreide nutzen wir übrigens auch für die Herstellung unseres Granola-Müslis. Im Airfryer schnell gemacht. Dazu superlecker und definitiv deutlich günstiger als das Gourmet-Müsli aus dem Supermarkt.
Am 20. Februar wird es dann sportlich in der Marina. Die Volta ao Algarve – ein Radrennen – führt mit der dritten Etappe durch Vilamoura und startet direkt bei uns am Steg. Na ja, nicht direkt am Steg natürlich, aber nur etwa 100 m entfernt vor dem Tivoli Hotel. Morgens sind bereits zahlreiche Zelte und ein riesiger Event-Truck aufgebaut. Auf dem Weg rund um die Marina sausen Radfahrer, Begleitfahrzeuge und Presse-Motorräder wild durcheinander. Die sonst geltende Einbahnstraßenregel ist aufgehoben und so muss man als Fußgänger höllisch aufpassen, dass man nicht umgefahren wird. Wir inspirieren die Lage schon vor dem Start und schauen uns die Team-Trucks an. Gleich zwei deutsche Team, Red Bull-Bora-hansgrohe und Lidl-Trek, sind neben den internationalen Wettbewerbern mit am Start. Wir sind ja leider keine Radrenn-Experten, aber einen der Teilnehmer kennen wir aus der Presse der alten Heimat. Der Fischerhuder Lennard Kämna aus Fischerhude geht für Team Lidl-Trek an den Start. Die Fahrer starten einzeln und müssen eine Strecke von 18,51 km abradeln. Zu unserer großen Freude wurden die Straßen für das Rennen in den vergangenen Wochen „schöngemacht“ und Schlaglöcher und Hubbel beseitigt. Pünktlich zum Start sind wir bereit und feuern die Fahrer an. Nicht alle, denn die Fahrer starten einzeln im Minutentakt. Wir schauen zwischendurch das Fahrerlager an und jubeln den ersten Finishern am Ziel zu. So richtig Stimmung kommt bei der Einzelfahrweise allerdings nicht auf. Zurück an Bord erholen wir uns nach dem sportlichen Nachmittag in der Sonne und freuen uns über das gute Wetter. Gewonnen hat das die Etappe übrigens der Italiener Filippo Ganna mit 21:53 Minuten. Lennard Kämna, den wir leider am Start und Ziel verpassen, kommt als 16ter mit einer Minute plus im Ziel an. Bester Deutscher wird Florian Lipowitz als Neunter. Wir hätten für die Strecke vermutlich etwa eine Stunde gebraucht und e-Unterstützung benötigt. Tja, wird wohl nix mit der nächsten Sportlerkarriere. Der Rennzirkus zieht nun schnell weiter und morgen geht es für die Radler von Albufeira nach Lagos. Wir haben wieder Ruhe in der Marina und freuen uns auf weitere sonnige Tage.
Zum Ende des Monats gibt es zum Glück auch mal wieder Gelegenheit für ein wenig „Socializing“. Wir treffen Henning und Jonathan vom Katamaran Leon. Erst zum Kaffee bei uns, dann zum Aperetif auf Leon. Die Beiden machen ein paar Tage Halt in Vilamoura, bevor sie weiter ins Mittelmeer segeln wollen. Schade eigentlich! Warum wollen eigentlich alle immer ins Mittelmeer? Und zu unserer sehr großen Freude treffen wir auch unseren Kumpel Jens von der Marieke wieder. Er ist zum Familientreffen an der Algarve und kommt mit Mutter Nell und Bruder Jan vorbei. Und natürlich gibt es Pizza! Ich bekomme großes Lob für meine Pizza und bekomme noch ein paar Tipps von Jens, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen.
Inzwischen haben die Segelmacher auch einen Großteil der Arbeiten für uns erledigt. Die neue Genua sieht super aus und wir uns hoffentlich um ein paar Knoten schneller segeln lassen. Unser Wintergarten wurde gecheckt und wo nötig repariert. Das Steuercockpit hat neue Fenster bekommen, so dass wir jetzt wieder klaren Durchblick haben. Fehlt nur noch das Großsegel samt Lazybag-Tasche repariert und gereinigt zurück und wir sind wieder voll segelfähig. So langsam scharren wir aber auch mit den Hufen und stehen in den Startlöchern. Und es sind ja auch nur noch wenige Wochen, bis wir Vilamoura wieder verlassen werden.
Zum Ende des Monats geht es mal wieder zum Shopping und mit Mietwagen nach Faro. Dummerweise hat auch Axels Fahrradbatterie inzwischen das zeitliche gesegnte und muss ausgetauscht werden. Diesmal brauchen wir nicht diskutieren, ob es sich um einen Garantiefall handelt. Aber irgendwie ist es schon komisch, dass nacheinander die Batterien nach etwas über einem Jahr kaputt gehen. Abends laden wir unsere neuen Nachbarn Scarlett und Adrian von der ZaZoe zum Pizzaessen ein und verbringen einen netten Abend miteinander. Die beiden Niederländer sind endlich mal Segler, die auch in Richtung Westen wollen und so wird es hoffentlich nicht der letzte gemeinsame Abend gewesen sein. Am nächsten Tag nutzen wir den Leihwagen für einen kleinen Ausflug ins Landesinnerr. Wir fahren nach São Bartolomeu de Messines uns besuchen dort die Ölmühle Saloio. Schick ist die Ölmühle zwar wahrlich nicht, aber es gibt sehr gutes uns sehr günstiges Olivenöl zu kaufen. Weiter geht es durchs Hinterland über Alte, Benafim, Salir und Querença in Richtung Osten. Das Hinterland der Algarve zeigt sich dabei so supergrün und prachtvoll blühend, dass man sich gar nicht an der Landschaft satt sehen kann. An São Brás de Alportel und Santa Catarina da Fonte do Bispo geht es nach Santo Estevão und schließlich nach Tavira. Im Dezember haben wir um Restaurant Alxama einen netten Wein der Algarve getrunken und wollen nun dieses Weingut besuchen. Das Weingut von Al-Lagar in Tavira gehört zum Konzern Casa Santos Limas, die noch weitere Weingüter in Portugal betreiben. Wir setzen uns in die Sonne und genießen erst einmal einen kleinen Mittagssnack und probieren einen weiteren Rosé. Anschließend wir eingekauft und der Bordvorrat wieder gut aufgestockt. Zurück an Bord nutzen wir noch ein wenig die Nachmittagssonne, um unsere Flaggenleinen auszutauschen, bevor es auch schon wieder abendlich kühl wird und wir uns wieder in den Salon begeben.
Der Februar war im Nachhinein betrachtet wettertechnisch dann doch nich versöhnlich und hat uns nicht nur Sturm und viel Regen, sondern auch einige herrliche Frühlingstage beschert. Mit dem sonnigen Wetter kann es von uns aus nun weitergehen, damit wir auch alle restlichen Bootsprojekte noch gut abschließen können.
PS: Da Ihr in diesem Blogbeitrag viele Links und Nennungen von Produkten finden konntet, möchten wir darauf hinweisen, dass wir von den genannten Unternehmen nicht gesponsort werden und die Aussagen ausschließlich unsere eigene Meinung und Auswahl wiedergeben.