Hafenbericht Vilamoura – Teil 4

Nachdem wir von der Werft wieder ins Wasser gesetzt wurden, geht es für uns ins Ankerfeld von Portimao, wo wir uns erst einmal wieder sortieren. Das SUP kommt wieder an die Reling, die Fender und Leinen werden beiseite gepackt, der Abwasch wird erledigt. Dann kommt Hildebrand von der Motoryacht Troll vorbei und fachsimpelt mit Axel übers 3D-Drucken, während unser 3D-Drucker Teile für den neuen Stabilisator für die Troll druckt. Leider muckt Hildebrands Drucker aktuell, aber dafür hat man ja Freunde, die einem aushelfen können. Das Wetter ist leider nicht sehr ankerfreundlich. Der Himmel grau und ab und an schleicht sich ein Regentropfen an Deck. Dazu steht ein ordentlicher Schwell vom Atlantik in die Flußmündung hinein, so dass es selbst bei uns an Bord recht schaukelig ist. Trotzdem schön, dass wir nun wieder im Wasser sind!

Am Sonntag geht es dann bei nahezu Windstille für uns wieder zurück nach Vilamoura. Das Wetter ist fast schon sommerlich. Herrliche Temperaturen, strahlend blauer Himmel und eine wie immer wunderschöne Landschaft. Was will man von einem Segeltag im Februar mehr erwarten?! Zudem ist in Deutschland Wahltag und Waltag in Portugal. Auf Höhe Cabo Carvoeiro riecht es auf einmal penetrant nach Fisch und dann tauchen auch schon die ersten Rückenfinnen aus dem Wasser auf. Wir sind ein wenig erschrocken, dann eigentlich befinden wir uns wie empfohlen im flachen Wasser. Trotzdem handeln wir wie eingeübt, Autopilot entkoppeln, Kurs in Richtung Land und von den Walen weg. Die Tiere haben aber auch gar kein Interesse an uns, sondern sind mit der Jagd nach Fischen beschäftigt. Wenig schön finden wir, dass innerhalb von wenigen Minuten mehrere Touristenboote mit Highspeed Tempo auf die Tiere zufahren und ihnen sehr nahe kommen. Nachdem wir uns mit dem Walexperten Rui von Orcas.pt ausgestauscht haben, waren es wohl aber auch keine Wale sondern „nur“ Große Tümmler, die wir gesehen haben. Zurück in Vilamoura legen wir gekonnt an und vertäuen La Ola an ihrem alten Liegeplatz. Dann geht es mit den Fahrrädern zum Marina Office zum Einchecken. Dort hält man außerdem bereits eine handvoll Pakete für uns bereit. Auf dem Rückweg halten wir beim Eisladen und genießen einen dicken Eisbecher in der Nachmittagssonne. Wunderbar! Abends gibt es Garnelen vom Grill und wir freuen uns, wieder hier zu sein. Bis Ende März bleiben wir noch einmal ein wenig in Vilamoura, bevor es dann endlich weiter gehen soll.

In den folgenden Tagen kümmern wir uns darum La Ola weiter in Schuß zu bekommen. Wir putzen und schrubben das Cockpit – unseren Wintergarten. Auch drinnen wird alles auf Vordermann gebracht. Frühjahrsputz! Am Ende sieht nun wirklich alles blitzeblank aus und La Ola strahl in der Sonne. Wir freuen uns außerdem unseren Freund Mansoor wiederzusehen, der aus seinem Winterdomizil in Dubai wieder zurück in Vilamoura angekommen ist.

Ja, und dann kommt auch schon wieder Besuch zu uns an Bord! Wir freuen uns, dass Guido von der Segelyacht Playmobil aus Bonn angeflogen kommen. Bei Guido habe ich vor Jahrzehnten meinen BR- und BK-Schein gemacht, mit ihm viele Regatten zusammen gesegelt und auch ein paar Jahre neben dem Studium bei ihm gejobbt. Guido will mit der Playmobil im Sommer von Deutschland nach Portugal segeln und überlegt, die Playmobil über den Winter an der Algarve liegen zu lassen. Dafür möchte er sich vorab einen Überblick verschaffen und sich die Gegend anschauen. Ein erster Ausflug führt uns nach Portimao, wo Guido sich die Marina und die Werft anschaut. Ein leckeres Mittagessen im Club Nau mit Blick auf den Ankerplatz darf natürlich dabei nicht fehlen. Nach kurzer Überlegung bucht Guido am nächsten Tag einen Liegeplatz in Vilamoura und muss nun „nur noch“ seine Playmobil hierher segeln. Kater Lucky mutiert derweil zum Partykater und setzt sich zum Mittagessen wie selbstverständlich neben Guido. Da wir in Portimao unsere Dinghyräder abholen konnten, verbringen wir den Rest des Tages mit Bastelarbeiten am Dinghy. Da die Räder nicht optimal passen, muss eine Platte zwischen Dinghy-Heck und Halterung angebracht werden. Die konstruiert Axel kurzerhand und druckt sie auf seinem 3D-Drucker. Abends wir lecker an Bord Hähnchen mit crunchy Erdnuss-Sauce geschlemmt und über Segelerlebnisse geschnackt. Der nächste Tag führt uns nach Ohlão zu Markt, wo wir leckere Zutaten fürs abendliche Grillen erstehen. Weiter geht es nach Fuseta, wo wir mit herrlichem Blick auf die Lagune des Ria Formosa eine kleine Tapasplatte einnehmen. Bei aufziehendem Regen geht es zurück an Bord, wo wir uns nach einer kurzen Mittagsruhe wieder dem Dinghyprojekt widmen. Der nächste Tag startet zwar mit prasseldem Regen, aber als wir uns alle gemeinsam ins Auto setzen und Richtung Lagos fahren, zeigt sich bereits wieder die Sonne. Die bleibt uns auch den ganzen Tag erhalten, so dass wir einen schönen Ausflug zur Ponte de Piedada und nach Alvor genießen können. Erst als wir wieder an Bord eintreffen, fängt es wieder an zu regnen. Am Montag ist die gemeinsame Zeit mit Guido dann leider bereits wieder vorbei. Er fliegt zurück in den Winter nach Bonn und freut sich bereits jetzt auf den nächsten Winter – dann aber im Warmen in Vilamoura auf seiner Playmobil.

Die Zeit zwischen den Besuchern nutzen wir für weitere Bootsprojekte. Die Räder fürs Dinghy werden angeschraubt und die Klimaanlage wird endmontiert. Nun kann es Sommer und heiß werden! Zu guter Letzt wird die neue Unterwasserbeleuchtung angeschlossen und für gut befunden. Für ein schön beleuchtetes Aquarium am Ankerplatz ist nun also auch gesorgt.

Weiter geht es am Aschermittwoch mit unserem Golffreund Stephan aus Bremen. Leider, da frisch getrennt, ohne Anja, die wir natürlich ebenfalls gerne mal wieder gesehen hätten. Aber manchmal spielt das Leben halt sein eigenes Spiel. Da die Wettervorhersage nichts Gutes für die kommenden Tage verspricht, wird für den nächsten Tag direkt eine Runde Gold gebucht. Axel und Stephan spielen allerdings ohne mich, da ich mal wieder ein wenig arbeite. Für die Beiden geht es zum Golfen nach Palmares, ein schöner Platz direkt am Meer und der Lagune von Alvor. Den regnerischen Freitag verbringen wir mit einer Autotour durch Vale do Lobo und Quinta da Lago, Großeinkauf und einem leckeren Pizzaabend bei Jens auf der Marieke. Nach einer stürmischen Nacht zeigt sich der Samstag wieder einigermaßen sonnig, wenn auch nach wie vor recht windig. Während Stephan mit Ludger von der Segelyacht Anna eine Runde am Strand spazieren geht und sich ordentlich sandstrahlen lässt, fahren wir Jens zum Busbahnhof nach Albufeira, wo er den Bus nach Lissabon nimmt, um sich mit seinem Bruder zu treffen. Axel und ich nutzen die Gelegenheit für einen Abstecher zum Supermercado Apolonia, wo es neben leckeren Dingen von der Kassiererin auch eine Blume zum Weltfrauentag für mich gibt. Zurück an Bord vertrödeln wir den Rest des Tages und genießen Abends leckere Nudeln mit Lachs aus der Bordküche. Das unstete Aprilwetter bleibt uns auch am nächsten Tag erhalten. Kaum hat man die Sonnenbrille auf der Nase, schon regnet es wieder. Wir unternehmen zusammen mit Stephan und Ludger von der Segelyacht Anna einen Ausflug nach Tavira und genießen ein leckeres Mittagessen im Restaurante Mira. Bei strömendem Regen fällt der anschließende Stadtbummel leider recht kurz aus, doch dafür bekommen wir in den Salinen endlich einmal eine größere Menge Flamingos zu sehen. So hat sich der Ausflug dann doch noch gelohnt. Zurück an Bord schein wieder die Sonne, doch wir trauen dem Frieden angesichts der dunklen Wolken am Horizont lieber nicht und bleiben an Bord. Auch der nächste Tag bleibt wechselhaft. Während Stephan einen ausgedehnten Strandspaziergang unternimmt, widmen Axel und ich uns Bootsprojekten. Die Bilgepumpe funktioniert nicht mehr, ein kleines Plastikteil hat den Motor blockiert und scheinbar kaputt gemacht. Also ausgebaut, Reparaturversuch und dann doch neu bestellt. Abends kommt Ludger zu Besuch und wir genießen gemeinsam ein wärmendes Chili con Carne. Der Dienstag bringt wie vorhergesagt deutlich besseres Wetter und so können wir noch eine schöne Golfrunde mit Stephan zusammen spielen. Es geht zum Pine Cliffs Golfplatz ums Eck und wir mühen uns die Bälle trotz des stürmischen Windes durch die Bahnen zu bringen. Am Mittwoch verlässt uns Stephan leider schon wieder in Richtung Heimat. Schade, dass das Wetter so wechselhaft war und wir nicht noch mehr Golf spielen konnten!

Bei uns geht es derweil mit letzten Bootsprojekten weiter. Da unsere Bilgepumpen über keinen Alarm verfügen, d.h. sich nicht lautstark melden, sollte mal Wasser ins Boot eindringen, installiert Axel neue Alarme. Die Halterung dafür wird selbstverständlich 3D gedruckt. Zudem bekommen unsere Angel endlich einen Platz an Bord und werden fein säuberlich aufgehängt. Und die Heißluftofen-/Mikrowellen-Kombi bekommt von Brians Tischlerteam einen schicken Rahmen gebaut, passend zur neuen Schublade. Nun ist der Küchenumbau fast abgeschlossen. Fehlt nur noch der neue Kühschrank mit Schubladen, den wir hoffentlich auch bald geliefert bekommen.

Ein kleiner Ausflug darf natürlich auch nicht fehlen. Bei herrlichem Sonnenschein geht es nach Westen, nur um nach einigen Kilometern den ersten Regen abzubekommen. Aprilwetter im März! Egal, wir fahren weiter und werden belohnt. Die Sonne kommt zurück und wir fahren die Autobahn A22 bis zum Ende. Dann geht es über Land Richtung Norden. Wir durchfahren schöne, noch sehr ursprünglich aussehende Orte, Korkeichenwälder und leider auch so manch waldbrandgebeuteltes Gebiet. Hoffen wir mal, dass der viele Regen in diesem Winter für weniger Waldbrände in diesem Sommer sorgt! Die Wasserreservoirs der Algarve sind jedenfalls wieder gut aufgefüllt worden. Nach 1 1/2 Stunden erreichen wir das Cabo Sardão. Die spektakuläre Felslandschaft haben wir vor ein paar Monaten schon von der Seeseite bewundert. Von Land ist der Blick aber auch nicht weniger toll. Zudem gibt es am Cabo Sardão eine ganz besondere Attraktion zu besichtigen. Direkt am Kap brüten nämlich Störche. Nicht etwa auf dem pikturesken Leuchtturm, sondern direkt auf den Klippen! Wir haben Glück und die Störche sind da und so können wir sie ausgiebig bestaunen. Zurück geht es entlang der Küste über Zambujeira do Mar und Azenha do Mar, wo wir ein leckeres spätes Mittagessen einnehmen. Für Axel gibt es Reis mit Seeteufel und Meeresfrüchten, für mich Tagliatelle mit Pulpo und Gambas. Beides saulecker und viel zu viel. Gut gesättigt geht es schließlich nach Vilamoura zurück, wo wir den schönen Tag bei einem Glas Champagner in Cockpit ausklingen lassen. Die nächsten Tagen bringen wieder schlechtes Wetter. Es regnet in Strömen und nur ab und zu lässt sich die Sonne sehen. So schlecht war das Wetter den ganzen Winter über nicht. Zudem hat uns eine blöde Erkältung erwischt. Wird Zeit, dass es Frühling wird!

Ein paar Tage später kommen dann meine Schwester Nadja und mein Schwager Jens aus Bonn zu Besuch. Da sie eigentlich auf einen Besuch in A Coruña eingestellt waren und den Flug dorthin frühzeitig gebucht hatten, müssen sie nun leider erst einmal eine ganze Strecke mit dem Auto durch Galizien und Portugal fahren. Dumm nur, dass sie erst einmal in Madrid hängen bleiben. Die Beiden machen das Beste draus uns sind einen Tag später in A Coruña. Auf dem Weg zu uns schauen sie sich nicht nur A Coruña und das Cabo Finisterre an, sondern machen auch Halt in Porto. Dann sind sie endlich bei uns und bekommen zur Begrüßung erst einmal ein Glas Champagner. Am nächsten Tag machen wir einen schönen Ausflug an den Praia Quinta do Lago und können dort Löffler bei der Futtersuche beobachten. Die ebenfalls in der Lagune wohnenden Chamäleone bekommen wir dagegen nicht zu sehen. Weiter geht es nach Faro, wo wir einmal durch die Innenstadt laufen und eine kleine Kunstausstellung besuchen. Zur Stärkung gibt es eine kleine Tapasplatte im Restaurant O Castello mit Blick auf den Ria Formosa. Weiter geht es nach Ohlão, wo wir ebenfalls noch einmal durch die Gassen laufen. Zum Abschluß geht es zum Einkaufen in den Supermarkt, wo wir Zutaten für ein leckeres Abendessen an Bord erstehen. Da für die Nacht starker Wind und Starkregen angesagt sind, hat Axel währenddessen La Ola noch einmal besser abgesichert, so dass die angesagten 45-50 kn Wind hoffentlich ohne Schaden über uns hinweg wehen.

Die Nacht wird entsprechend unruhig, aber wir überstehen den Sturm zum Glück unbeschadet. Laut Berichten soll es wohl mit über 50 kn geweht haben. Gemessen haben wir es nicht. Aber gut zu wissen, dass La Ola den Wind gut abkonnte. In Vilamoura liegt man allerdings auch supergeschützt, so dass es bei uns wohl auch deutlich weniger Wind gewesen sein muss. Am Morgen scheint wieder die Sonne und es weht ein laues Lüftchen. Der Wetterbericht verspricht allerdings erneut Wind und Regen für den Nachmittag. Also machen wir uns morgens direkt auf den Weg zum nächsten Ausflug. Es geht nach Westen bis zum Cabo Sao Vicente. Dort weht ein flotter Wind und der Leuchtturm hat leider geschlossen. Weiter geht es zum Fortaleza de Sagres mit kurzem Zwischenstopp im Touristen-Cafe auf dem Weg dorthin. Neben Kaffee und Pasteis de Nata gibt es dort skurilerweise auch diverse ausgestopfte Wildtiere zu sehen. Sehr merkwürdiges Ambiente… Der Wind und der drohende Regen treiben uns weiter nach Lagos, wo wir den obligatorischen Rundgang am Ponta de Piedade leider recht schnell wegen einsetzendem Regen abbrechen müssen. Auf dem Weg nach Portimão schüttet es wie aus Kübeln, doch zum Glück finden wir eine kurze Regenpause für Fotos und den Gang zum Club Nau am Praia Grande von Ferragudo. Dort „müssen“ wir aufgrund Starkregen und Gewitter dann etwas länger als geplant bleiben. Nicht schlimm, denn Essen und Getränke sind mal wieder sehr lecker und mangels anderer Gäste, haben wir die volle Aufmerksamkeit des Service-Personals, die uns liebevoll und höflich umsorgen. Nach über zwei Stunden zeigt sich ein Stückchen blauer Himmel und der Regen hört kurz auf. Also schnell zum Auto und losgefahren. Schnell noch ein kurzer Stopp, um einen berühmten Besucher in Portimão zu fotografieren. Dort hat nämlich das Schulschiff Gorch Fock festgemacht. Erst nach 18 Uhr erreichen wir wieder Vilamoura und La Ola. Axel ist auch heute wieder an Bord geblieben und freut sich, dass es nun endlich Abendessen gibt. Der Rest der Abends verläuft ruhig im Salon, während draußen der Wind heult und der Regen prasselt. Da es am nächsten Morgen grau in grau und regnerisch bleibt, verbringen wir den Vormittag im gemütlich geheizten Salon. Mittags gibt es leckeres Hühnchen Piri-Piri von unserem Lieblingsgrill in Quarteira. Nachmittags machen Nadja und Jens dann einen ausgedehnten Strandspaziergang am Praia de Falesia, während wir weiter gemütlich an Bord bleiben. Auch der Samstag bringt wieder wechselhaftes Wetter. In den vergangenen Tagen hat es so viel geregnet, wie seit zehn Jahren nicht mehr! Auch heute bleiben wir beim Ausflug nach Tavira wieder nicht verschont und müssen den einen oder anderen Schauer über uns ergehen lassen. Dummerweise habe ich mir zudem den Magen verdorben und lege mich nach Rückkehr an Bord erst einmal in die Koje. Schöner Mist, der zusätzlich zur Erkältung nicht hätte sein müssen. Nadja und Jens genießen derweil ein Abschiedsessen an Land, denn am Sonntag geht es für sie wieder zurück in Richtung A Coruña. Von dort mit ein paar Tagen Zwischenstopp in Madrid dann wieder zurück nach Bonn. Schade, dass auch bei ihrem Besuch das Wetter so besch… war! Aber der nächste Besuch ist bereits geplant.

Nachdem der Besuch wieder von Bord ist, heißt es für uns erst einmal wieder regenerieren. Von Erkältung und Magen-Darm-Infekt, aber auch von den Besucherströmen. Bitte nicht falsch verstehen! Wir haben uns über jeden Besucher sehr gefreut und mit allen eine sehr schöne Zeit verbracht! Aber drei Wochen Besuch hintereinander scheinen uns zu viel zu sein. Vielleicht müssen wir uns zukünftig auf einmal pro Monat Besuch an Bord einschränken. So wäre es für uns mit dem „Bettenwechsel“ entspannter und wir hätten auch nicht das Gefühl jede Woche die gleichen Sehenswürdigkeiten zu zeigen.

Ein paar Tage nichtstun und faulenzen sind ansonsten auch mal ganz nett. Insbesondere, weil seit Wochen endlich mal wieder windstillere Tage mit Sonne und gänzlich ohne Regen herrschen. Das Wetter der letzten Wochen hat uns ein wenig nachdenklich, bezüglich unserer Entscheidung den nächsten Winter in Huelva zu verbringen, gemacht. Dort gab es noch mehr Regen und starke Überschwemmungen. Bei solchen Bedingungen ist die Marina im Flußlauf des Odiel vermutlich nicht sicher. Müssen wir also neu planen? Oder verlassen wir uns darauf, dass es sich um eine einmalige Sonderwetterlage gehandelt hat und der nächste Winter wieder trockener wird? Wir werden sehen…

Ansonsten beschäftigen wir uns mit kleineren Arbeiten und Projekten. So werden zum Beispiel die Druckknöpfe, die unsere Frontcockpitpolster an Ort und Stelle halten sollen, teilweise erneuert. Wäre schade, wenn die schönen Polster fliegen gehen würden. Das Bilgenpumpen- und -alarmprojekt wird abgeschlossen. Die Salonpolster gelüftet und gereinigt. Spackige Taschen werden ebenfalls gereinigt und in der Sonne ausgiebig getrocknet. Erschreckend, wie schnell Feuchtigkeit ihren Tribut fordert. Mein Kamera-Equipment bekommt einen neuen Koffer, so dass ich zukünftig schnell und einfach in Cockpit Zugriff auf alles habe. Bei den nächsten tierischen Begegnungen auf See, gibt es dann also auch Fotos mit Superteleobjektiv. Auch wenn wir „nur noch“ für den Grill Gas benötigen, lassen wir unsere Gasflaschen für die Saison auffüllen. Exzessivem Grillen, sollte so in den nächsten Monaten nichts im Wege stehen. Sehr zu seinem Leidwesen, muss Kater Lucky zudem zum Tierarzt. Nicht weil er krank ist, sondern weil seine jährlichen Impfungen anstehen. Last, but not least, Proviantieren wir noch einmal ausgiebig. Insbesondere große, sperrige und schwere Sachen werden eingekauft. Also Katzenstreu und -futter, Toilettenpapier, Konservendosen und Getränke.

Am Wochenende nutzen wir das schöne Wetter und machen einen Ausflug ins Hinterland von Vilamoura. Über Torre geht es nach Alte, wo wir einen kleinen Spaziergang zu den Quellen unternehmen. Wunderschön, lauschig und zum Glück noch nicht sehr touristenüberfüllt. Leider sind aber aucb die Gasthäuser noch geschlossen. Weiter geht es über Pena und Salir nach Querença. Neben weißen Häusern und einem schönen Ausblick in die Umgebung gibt es eine Kirche aus dem 16. Jahrhundert und – für uns irgendwie anziehender – ein kleines Restaurant. Da es geöffnet und gerade Mittagszeit ist, nutzen wir die Gelegenheit und werden mit leckeren Tapas verwöhnt. Zurück geht es über Loulé nach Vilamoura, wo wir den Nachmittag schön gemütlich im Frontcockpit genießen. Erstmalig wagt sich dabei auch Kater Lucky durch das Salonfenster nach draußen und erkundet mit offenem Maul staunend sein „neues“ Territorium. Und wenn der kleine Kater schon mal seinen gesamten Mut zusammengesammelt hat, dann erkundet er gleich auch noch das Dach von La Ola. Was es da alles zu sehen gibt! Völlig entspannt leistet er uns beim Sundowner in der Rooftop-Lounge Gesellschaft. Wer hätte das gedacht!

Am Sonntag machen wir angesichts des schönen Wetters direkt noch einen Ausflug in die Berge. Diesmal geht es nach Monchique und Foia. Dort war Axel bereits mit Laura und Lars, ich habe den Ausflug im Januar leider nicht begleiten können. Aber jetzt! Wir fahren die Autobahn bis kurz vor Portimão und biegen dann ins Landesinnere ab. Am tatsächlich wasserführendem Bachlauf geht es über Rasmahlo und an zahlreichen Storchennestern vorbei immer höher in die Berge hinauf. Wir nutzen jeden Miradouro – Aussichtspunkt – und schauen ins Tal und in die Ferne. Nach zahllosen Serpentinen erreichen wir schließlich Foia und den höchsten Punkt der Algarve. Perfekte Fernsicht über die Algarve auf der einen Seite. Ein Blick – man könnte meinen – fast bis nach Lissabon auf der anderen Seite. Wunderschön! Noch schöner wird es auf dem Rückweg. Wir machen Halt in Caldas de Monchique. Neben dem dortigen Kurhotel befinden sich die Quellen von Monchique, die sich durch einen kleinen Park erkunden lassen. Wunderwunderschön! Schattige Plätzchen, die uns bereuen lassen, dass wir den Picknickkorb vergessen haben, hohe Bäume, schöne Blüten und überall plätscherndes Wasser. Hier muss man toll Urlaub machen können! Für uns geht es zurück an Bord und nach Vilamoura, wo wir den Sonntag gebührend bei einem Sonntags-Aperol ausklingen lassen.

Kurz vor dem Ende unserer Zeit in Vilamoura wird dann auch noch unser neuer Kühlschrank geliefert. Schön, mit zwei Schubladen und Edelstahlfront. So gefällt es uns deutlich besser. Insbesondere, weil wir jetzt nicht mehr auf Knien nach dem Aufschnitt suchen müssen!

Nun warten wir eigentlich nur noch auf gutes Wetter, damit wir nach fünf Monaten in Vilamoura endlich mal wieder weitersegeln können. Wann es losgeht und wohin es geht? Schauen wir mal, wie der Wind weht!