Hafenbericht Vilamoura – Teil 11

Im Gegensatz zum Februar startet der März frühlingshaft. Blauer Himmel mit ein paar Deko-Wölkchen, gefühlte 25° C in der Sonne, ein leichter Windhauch. Ideale Bedingungen um endlich mal wieder das Schiff zu Schrubben. Was auch wirklich dringen nötig ist! La Ola sieht aus wie eine frisch gesuhlte Sau. Überall Grünspan, roter Saharasand und Vogelschiet. Also, Schrubber raus und losgeschrubbt. Gemeinsam arbeiten wir uns vom Oberdeck auch den Steuerbordrumpf, dann nach Backbord rüber und schließlich wird auch der Rumpf von Außen noch abgespült. Puh, ganz schön viel Arbeit! Vielleicht nehmen wir nächstes Mal doch lieber einen 35 Fuß Mono?! Ach nee, die Arbeit hält ja auch fit und dient als Fitness-Center-Ersatz. Gut, sieht man uns nicht an, aber vielleicht müssten wir dazu auch einfach öfter Putzen. Oder auf die Belohnung nach der Arbeit verzichten? Die gibt es nämlich in Form eines leckeren Prickelwassers vom gestrigen Weingutbesuch und frischen Erdbeeren. Schön in der Sonne sitzend. So könnte es aus unserer Sicht eigentlich bleiben. Abends gibt es zum Abschluss eines perfekten Sonntags leckeren gegrillten Oktopus vom Bordgrill und den neusten Tatort im TV.

Nach dem Wochenende beschäftigen wir uns wieder mit den Bootsvorbereitungen. Die Ersatzteile, die wir inzwischen erhalten haben, packen wir aus und umwickeln sie teilweise mit Alufolie. So hoffen wir, dass im Fall eines Blitzeinschlags die Elektronik geschützt wird und das Ersatzteil dann noch funktioniert. Ersatzteile haben wir für unsere Navigationselektronik, den Autopiloten und die Stromversorgung an Bord. Zudem müssen wir uns um so lästige wie auch wichtige Dinge wie den Jahresabschluss für unsere ehemalige Firma und die Steuererklärungen kümmern. Den Großteil der Arbeit erledigt zum Glück unsere Steuerberaterin, aber es gilt wie immer zahlreiche Unterschriften zu leisten und einen sorgsamen Blick auf den Abschluss zu werfen. Nur gut, dass das Wetter wieder etwas schlechter geworden ist. So braucht man sich bei den Innenarbeiten wenigstens nicht grämen, dass man nicht draußen in der Sonne herumtoben kann.

Außerdem praktizieren wir mal wieder ein wenig Boot-Yoga. Es müssen Kabel unter unserem Bett verlegt werden. Was an Land recht einfach wäre, ist auf dem Boot eine mehrtägige Aufgabe. Bettdecken abnehmen, Matratzen ins Cockpit bringen, Lattenrost wegrollen und Bretter vom Bettkasten entfernen. Dann geht es erst richtig los. Da ich kleiner und gelenkiger als Axel bin, darf ich in die Kisten und dort Kabel durch diverse Löcher bugsieren. Axel hockt und liegt derweil vor den Bett und versucht die durchgesteckten Kabel aus diesen Löchern wieder heraus zu ziehen. Mittendrin stellen wir fest, dass die Löcher – sie gehen durch verschiedene Schotten, sprich Trennwände unter dem Bett – zu klein für die Anzahl an Kabeln sind. Also muss erst einmal gebohrt werden. Am Ende des Tages sind die Kabel zwar unter dem Bett durch und liegen in der Bilge, müssen aber von dort aus noch weiterverlegt werden. Da wir erstens fix und fertig sind und zweitens zu Drinks und Snacks bei Scarlett und Ad auf ZaZoe eingeladen sind, verschieben wir die Restarbeiten auf den nächsten Tag. Dumm nur, dass wir das Bett erst einmal wieder zusammenbauen müssen, damit wir darin nächtigen können. Am nächsten Tag fängt also das gleiche Spiel erneut an. Bettdecken abnehmen, Matratzen ins Cockpit bringen, Lattenrost wegrollen und Bretter vom Bettkasten entfernen. Zusätzlich noch die Bodenbretter aufnehmen. Wir hocken, knien, robben und arbeiten Kopfüber in der Bilge und den Bettkästen steckend. Schließlich sind alle Kabel verlegt und angeschlossen. Verlegt haben wir übrigens Kabel für Tankanzeige, Bilgenalarm und NMEA-Datenübertragung. Nachdem alles verlegt und angeschlossen ist, folgt der erste Test. Geht nicht! So ein Mist!!! Also nochmal rein in die Bettkisten und alle Anschlüsse überprüfen. Am Ende ist ein Stecker falsch gesetzt und schließlich funktioniert alles wie gewünscht.

Zwischendurch treffen wir uns mit der Stephan, Pitti und Markus vom Katamaran Bobsing, die auf dem Weg nach Mallorca kurz Halt in Vilamoura machen. Wir bestaunen den 51 Fuß Fontaine Pajot und gehen gemeinsam abends zum Alxama Steakhouse. Es wird ein netter Abend mit leckerem Essen und dem Ziel, dass wir uns im Herbst auf den Kanaren wiedertreffen.

Nachdem sowohl Bobsing, als auch unsere holländischen Freunde von ZaZoe wieder abgelegt haben, geht es mit den Projekten munter weiter. Alle Bilgen-Alarme und Tank-Anzeigen funktionieren schließlich und ein paar neue Feuerlöscher sichern uns automatisch gegen Brände ab. Die Nähmaschine kommt noch einmal raus und ich nähe für unsere Decksluken ein paar Sonnenabdeckungen. So bleibt die Sonne gleich draußen und schafft es hoffentlich im Sommer gar nicht erst unsere Kabine zu erhitzen. Für das Projekt verwende ich noch Sunbrella-Stoff, den ich 2009 in Panama erstanden habe. Hatte wohl damals etwas euphorisch eingekauft… Da wir auf La Ola andere Stoff-Farben im Einsatz haben, besorgen wir uns noch entsprechendes Sunbrella-Material in der aktuellen Farbe Graphit, damit wir auch diese Sachen zukünftig eigenhändig reparieren könnten. Oder vielleicht fällt uns ja auch noch das eine oder andere Nähprojekt ein, um das Leben an Bord zu verbessern? Bei Hello World haben wir damals gefühlt für alles eine Abdeckung oder Tasche genäht. Und nachdem ich nun einige Male wieder geübt habe, geht es mit den geraden Nähten auch schon wieder einigermaßen gut voran.

Unser repariertes Großsegel wird ebenfalls endlich zurückgebracht und angebracht, so dass wir nun tatsächlich Abreisebereit wären. Ein paar Tage bleiben wir aber noch und genießen Vilamoura und das Leben im Süden. Strandbarbesuch und leckeres Essen eingeschlossen. Inzwischen kann man endlich auch wieder bereits morgens im Cockpit sitzen und seinen ersten Kaffee in der Morgensonne genießen. Herrlich! Auch Lucky findet es draußen inzwischen recht spannend und bewegt sich locker an Deck. Saharasand beschert uns derweil erneut eine feine rote Staubschicht ab Deck, die diverse Male abgespült werden muss. Aber immerhin gibt es dank des Sandes auch wieder spektakuläre Sonnenuntergänge.

Damit nicht nur La Ola fit für lange Ozeanpassagen ist, werden auch Axel und ich einem ordentlichen Check unterzogen. Zahnreinigung, Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen und Impfungen für die Tropen werden absolviert. Das Gesundheitswesen in Portigal erweist sich als durchaus gut. Termine zu bekommen ist kein Problem und die Verständigung klappt auf Englisch ebenfalls reibungslos. Die Reisemedizinerin Dr. Marisa nimmt sich für uns über eine Stunde Zeit und berät uns nicht nur gut, sondern verschreibt uns auch einen Großteil der erweiterten Medikamente für die Bordapotheke. Untersuchungsergebnisse werden hier per Email versendet und müssen nicht wie in Deutschland gefaxt oder persönlich mitgeteilt werden. Und beim Zahnarzt bekommen wir sogar eine kleine Geschenktüte mit. Und ja, und auch der arme Lucky ist dran. Er muss zum jährlichen Impfen und beschwert sich darüber kläglich und laut miauend. Hilft aber nix. Watt mutt, dat mutt.

Zum Abschluss unserer Projektarbeiten steht dann noch ein Frühlingsputz an. La Ola wird erneut von oben bis unten gewaschen. Die Sahara hat sie tatsächlich schon wieder rötlich eingefärbt. Innen werden alle Schränke ausgewischt, Staub gewischt und gesaugt, Fenster geputzt. Die Polster werden gewaschen und können in den schönen Frühlingssonne schnell trocknen.Das Cockpit wir ausgeräumt und ebenfalls grundgereinigt. Auch hier dürfen die Polster einmal ins Schaumbad und in der Sonne trocknen. Gleichzeitig werden kaputte Befestigungsknöpfe erneuert. Ja und entrümpelt wird auch noch. Erschreckend viele Sachen sind noch von unserem Umzug an Bord vorhanden, die bisher nie genutzt wurden und voraussichtlich auch zukünftig nie genutzt werden. Also weg damit! Nicht in den Müll, denn die Sachen finden am Steg und bei den Marineros meist umgehend neue Eigentümer. Auch von vielen unserer Winterklamotten verabschieden wir uns. In der Hoffnung und Annahme, dass wir in den nächsten Jahren keine dicken Wollmäntel und Pullover brauchen, geht viel in die Altkleidersammlung bzw. wird von uns dem Second Hand Laden des Vereins ARA Animal Rescue Algarve gespendet. Nur eine kleine „Notreserve“ bleibt an Bord, damit wir bei eventuellen Heimatbesuchen in Deutschland nicht frieren müssen.

Mitte März kommt dann erneut Leben am Steg auf. Nach und nach trudeln Mansoor von Starlight, Wolfgang und Sylvia von Independence 2, sowie Ralf, erst mit Studienfreund Jürgen, dann später mit Ehefrau Martina von Atlas Shrugged wieder ein. Natürlich „müssen“ wir erst einmal ein paar gemeinsame Abende zum Klönen verbringen. Und es hat sich mal wieder Besuch an Bord von La Ola angesagt. Axels langjähriger Schulfreund Achim kommt vorbei und wir planen mal wieder ein paar Ausflüge ein.

Erster Programmpunkt ist der inzwischen schon traditionelle Pizza-Freitag an Bord von La Ola. Diesmal in großer Runde und angesichts kühler Temperaturen und Regen im Salon sitzend. Giovanni und ich arbeiten inzwischen virtuos zusammen und die Pizzen gelingen eine nach der anderen perfekt. Schön knusprig unten, saftig oben und fluffig am Rand.

Am nächsten Tag geht es bei zunächst leicht bedecktem Wetter auf einen ersten Ausflug mit Achim. Wir haben dafür mal wieder einen Mietwagen und fahren nach Osten. Zu zunächst fahren wir nach Olhâo und zeigen Achim die dortigen Salinen mitsamt passender Flamingos. Dann geht es in den Ort, wo augenscheinlich die Touristensaison eingeleutet wurde. Zahlreiche Reisebusse parken an der Hauptstraße und die Cafés und Restaurants sind prall gefüllt. Wir schlendern ein wenig durch die Markthallen und erstehen ein paar leckere Churros. Dann geht es durch die schmalen Gassen der Innenstadt zurück zum Auto. Den nächsten Haltepunkt legen wir mal an einem auch für uns npch völlig unbekannten Ort ein. Bereits vor Monaten hatte ich Bilder und Berichte gelesen und nun schaffen wir es endlich zum Cemitério de Âncoras – dem Ankerfriedhof – am Praia do Barril. Wir parken am kleinen Ferienörtchen Pedras d’el Rei und laufen über eine kleine Brücke in Richtung Lagune und Dünen. Schnell erreichen wir so eine kleine Bahnstation. Gerade rechtzeitig, um in die kleine Schmalspurbahn zum Strand zu springen. Im Zuckeltempo geht es gemächlich durch die Marschlandschaft und nach etwa zehn Minuten haben wir unser Ziel erreicht. Das ehemalige sogenannte Arraial, ein saisonales Dörfchen für Fischer und ihre Familien, beherbergt heute verschiedene Cafés und Restaurants, sowie ein Thunfisch-Museum. Früher wohnten hier die Mitarbeiter der Três Irmãos ou Barril Fischereigesellschaft, die hier ein traditionelles Thunfischfangnetz betrieb. Eine etwa 8 km lange Netzstruktur wurde dabei von Land aus und als Stellnetz am Meeresboden verankert und quer zur Küstenlinie hinaus ins tiefe Wasser verlegt. Mit weiteren Netzen wurde eine Art Trichter gebildet, so dass die ab April aus dem Mittelmeer hinaus schwimmenden Thunfischschwärme über diese Netzsturkturen in ein zentrales Fangnetz geleitet wurden und dort dann abgefischt werden konnten. Auch heute noch, wird in Andalusien in Spanien auf diese traditionelle Art und Weise Thunfisch gefangen. Am Praia do Barril endete der Thunfischfang mit dem Konkurs der Unternehmens im Jahr 1966. In der Hoffnung, den Betrieb noch einmal aufnehmen zu können, wurde die Ausrüstung am Praia do Barril zurückgelassen. Die für die Befestigung der Netze am Meeresboden genutzten Stahlanker wurden an Land aufgestellt und stehen seitdem als Denkmal in den Dünen. Sie halten sich gegenseitig aufrecht, da jede Ankerspitze durch den Ring des Nachbarankers geführt ist. Wind, Wellen und Sand haben viele der ca. 250 Anker inzwischen nahezu vollständig begraben und es ergibt sich ein bizarres Bild in der Dünenlandschaft. Nachdem wir den Ankerfriedhof und die noch bestehenden Fischerhütten begutachtet haben, genießen wir noch schnell einen kleinen Snack an einer der Strandbars, bevor es mit dem Bähnle wieder zurück zum Auto geht. Entlang des Ria Formosa geht es weiter nach Tavira. Wir parken am Rio Gilao und laufen ein wenig durch die Stadt. Auch hier sind die Touristenmengen deutlich wahrnehmbarer geworden, aber Tavira überzeugt wie immer mit einer entspannten Atmosphäre. Letzter Haltepunkt des Tages ist dann Cacela Velha. Das Museumsdörfchen an den Steilklippen am Ende des Ria Formosa hat sich zu einem unserer Lieblingsausflugsorte entwickelt. Es ist einfach zu schön, den Blick auf die Lagune und den Atlantik von oben zu werfen und die Landschaft wirkt, je nach Tide, bei jedem Besuch anders. Schließlich geht es zurück nach Vilamoura, wo wir einen netten Abend mit Achim im Cockpit verbringen und der eine oder andere Schwank aus der Jugend erzählt wird.

Den nächsten Programmpunkt stellt die Marina Vilamoura zur Verfügung. Am 22. März macht die BP Rally-Raid Portugal Station in Vilamoura. Die Rally selbst wird im Hinterland gefahren, aber die Siegerehrung findet direkt vor unserer Haustür statt, dort wo wir vor ein paar Wochen noch Radfahrer angefeuert habe. Die Rally-Raid ist eine internationales Rennen für Autos und Motorräder. Über nicht befestigte Straßen und Pisten rasen die Fahrzeuge durch die Landschaft und die weltbesten Offroad-Rennfahrer treten an, um mit der Rally-Raid Portugal den zweiten Lauf der WM (W2RC) nach der strapaziösen Rally Dakar im Januar in Angriff zu nehmen. Für Axel und Achim, die früher zahlreiche Motorradtouren gemeinsam unternommen haben, genau das Richtige auf einen Sonntagnachmittag. Wir starten mit der – noch relativ unspektakulären – Siegerehrung der Motorradfahrer. Die Mopeds sehen noch relativ normal aus und Axel und Achim fachsimpeln und begutachten die Fahrzeuge ausgiebig. Ich gehe derweil lieber an den Strand und schaue mir den Stand der Aufräumarbeiten nach den Winterstürmen an. Die meisten Schilfberge sind inzwischen beseitigt und nur ein relativ kleiner Berg wartet noch aud Abtransport. Stattdessen wurde allerdings zahlreich Seegras nachgeliefert, dass nun am Strand verrottet. Auf den Steinen der Hafenmole sonnen sich davon unbeieindruckt einige Geckos. Wieder zurück bei der Rally-Tribüne kommen nun die Vierräder mit der Siegerehrung dran. Die Fahrzeuge sehen deutlich spektakulärer aus und auch wenn viele davon ein Dacia oder Toyota-Logo tragen, haben sie mit den PKWs dieser Unternehmen wenig gemeinsam. Achim, Axel und ich stellen fest, dass wir nicht einmal in die engen Fahrercockpits hineinkommen würden! Und wenn doch, müsste man uns anschließend herausflexen. Wird also wohl nicht mehr unser Sport werden. Zurück an Bord kommt noch mein Cousin Arne zu Besuch, der sich als Rallye-Fan und -fahrer den Trubel ebenfalls angeschaut hat. Wir beschließen den Abend mit einem leckeren Couscous-Salat und gegrillten Hähnchenbrustfilets und schnacken auch heute wieder lange gemeinsam im Cockpit.

Achim hat einfach perfektes Wetter für seinen Portugalurlaub erwischt. Am nächsten Tag frühstücken wir bei blauem Himmel und Sonnenschein im Cockpit, bevor es zum nächsten Tagesausflug losgeht. Diesmal wenden wir uns nach Nordwesten und fahren durch die herrliche Landschaft des Algarve-Hinterlandes bis zum Cabo Sardão. Nachdem wir einen Blick auf die fantastische Steilküste und die auf den Klippen brütenden Störche geworfen haben, geht es die Küste entlang wieder nach Süden. Im Surferörtchen Arrifana kehren wir schließlich zum Lunch bei O Paulo ein. Während ich einen leckeren Spieß mit Garnelen und Tintenfisch bekomme, genießen Achim und Axel eine riesige Fisch-Cataplana. Wie bei unserem ersten Besuch wieder sehr lecker und mit einem tollen Blick auf die Klippen. Weiter geht es nach Lagos, wo wir Achim „natürlich“ noch die Ponta de Piedade zeigen müssen. Auch hier ist es deutlich voller geworden, was dem Erlebnis aber (noch) nicht schadet. Auf den Klippen blüht und grünt es und das Meer zeigt sich türkis bis dunkelblau abgehoben von den rötlich-gelben Felsen. Zahlreiche Wildpflanzen verströmen einen ungemein intensiven Geruch nach Schweizer Kräuterbonbons dazu, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Schließlich endet auch dieser schöne Tag wieder an Bord, wo wir zum Abschluß ein paar Tapas und das eine oder andere Glas Wein im Cockpit genießen.

Auch am letzten Tag von Achims Aufenthalt hält das Wetter und wir starten zu einem letzten Ausflug. Diesmal geht es ins Hinterland. Wir fahren nach Alte, wo der verborgene Wasserfall Cascata do Vigário noch als Geheimtipp für Touristen gilt. Um zu ihm zu gelangen, muss man nicht nur den Friedhof umrunden, sondern auch noch etwa 30 m tief eine Steilwand hinabsteigen. Zum Glück hat jemand eine Holztreppe errichtet, sonst hätten wir uns den Wasserfall nur aus der Ferne anschauen können. Aber auch die Treppenstufen haben es in sich. Während Axels Knie den Abstieg nicht so toll finden, komme ich beim Aufstieg ganz schön ins Schwitzen. Die Sonne strahlt aber auch schon wieder wie Sommer und die Temperaturen liegen bei deutlich über 20°C. Weiter geht es zu den Quellen von Alte, wo wir ein wenig verweilen und das Plätschern des Baches genießen. Da inzwischen Mittagszeit ist und wir von den Anstrengungen ein wenig hungrig und durstig sind, kehren wir als nächstes in der Quinta da Tor ein. Das Weingut erreichen wir über eine kleine Zypressen-Allee und erfreuen uns an dem schönen Ambiente. Direkt an der wunderschönen Poolanlage mit Blick in die umliegenden Hügel sitzend, genießen wir eine kleine Weinprobe mit passenden Tapas. Wunderschön und lecker! Natürlich kommen ein paar Flaschen Wein mit zurück an Bord und wandern in unseren Weinkeller. Abends grillen wir uns dann noch einen schönen Wolfsbarsch, den Axel und Achim morgens frisch vom Fischmarkt erstanden haben. Achim probiert zudem erstmalig in seinem Leben Thunfisch-Sashimi. Auch wenn die Begeisterung für den rohen Thunfisch schnell da ist, mit der Bedienung der Stäbchen kann er sich nicht so schnell anfreunden. Aber wozu gibt es denn auch Gabeln?!

Tja, und dann ist die Zeit mit Achim auch leider schon wieder vorbei. Viel zu schnell verlässt er uns wieder und wir sind mal wieder gespannt, wann und wo er uns wieder besuchen kommt. Wir stürzen uns wieder in die Arbeit und erledigen auch noch die letzten Restprojekte. Mit Wolfgang und Sylvie, sowie Ralf und Martine verbringen wir so manchen Abend (freitags mit Pizza!) und bereiten uns auf die Abreise aus Vilamoura vor.

Nach über 6 Monaten ist es dann soweit. Wir haben nahezu alles was wir vorhatten erledigt und sind gut vorbereitet für die Saison und die längeren Strecken nach Madeira und zu den Kanaren. Lediglich der noch geplante Werfttermin macht uns noch ein wenig Sorgen. Nicht, weil es soviel oder etwas schwieriges zu reparieren gäbe! Wir bekommen einfach keinen Termin, um den Kat aus dem Wasser zu kranen. Obwohl unser Landaufenthalt eigentlich lange angefragt und angekündigt ist. Nun denn. Wir haben es nicht eilig und werden bis zum Termin einfach noch ein wenig die Algarve genießen. Nun aber nicht mehr in Vilamoura, sondern wieder schön vor Anker. Kein Aprilscherz! Heute geht es los und die Berichte von Bord werden demnächst wieder etwas see- und segellastiger.